Pressemitteilung des GEW-Regionalverbands Hochschule und Forschung Nordhessen zur Räumung

Der GEW Regionalverband Hochschule und Forschung Nordhessen spricht sich gegen die erfolgte Räumung des besetzen Hauses in der Mönchebergstr. 42 aus. Der Regionalverband appelliert an die Hochschulleitung der Universität Kassel, ihre Strafanzeige zurückzuziehen und mit den Aktivist_innen für ein soziales Zentrum in Verhandlung zu treten.

Die Liegenschaft in der Mönchebergstr. 42 ist am frühen Montagmorgen unter massivem Polizeieinsatz geräumt worden. Eine von der Universitätsleitung anberaumte Pressekonferenz fand am Montagvormittag unter Ausschluss von Hochschulangehörigen und Öffentlichkeit und vehementer Abriegelung der Polizei statt. Rund 80 Personen wurden an der Teilnahme der Pressekonferenz gehindert. Auch einem Seminar des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung wurde der Eintritt ins eigene Fachbereichsgebäude verwehrt. Als Gewerkschafter_innen lehnen wir einen solchen Ausschluss von Universitätsangehörigen und interessierter Öffentlichkeit, der den Ansprüchen von Transparenz und demokratischer Mitbestimmung widerspricht, entschieden ab. Dass die Universitätsleitung die Exklusivität der Pressekonferenz mit einer aus unserer Sicht völlig unangemessenen Polizeipräsenz durchsetzen ließ, hat uns als Angehörige der Universität verwundert und schockiert. Einige Gewerkschafter_innen unterstrichen ihre Ablehnung der Räumung und des weiteren Vorgehens, indem sie sich Zugang zum Gebäude verschafften und mit dem sozialen Zentrum solidarisierten. Continue reading “Pressemitteilung des GEW-Regionalverbands Hochschule und Forschung Nordhessen zur Räumung”

Soli-Grüße aus Marburg

Liebe Menschen,
damit Marburg auch weiß, was in Kassel schief läuft, hängt dieses Banner an der Lahn. Veröffentlicht es gerne auf eurer Seite, bei Twitter etc. wenn ihr wollt.
Solidarische Grüße und viel Erfolg bei den nächsten Aktionen!
 

Pressemitteilung zu den Aktivitiäten nach der Räumung – Spontandemonstration und Repression

Am Montag, 19. Juni 2017, wurde “Unsere Villa” geräumt. Durch massives Polizeiaufgebot wurde die Instandsetzung unterbrochen, um das Privateigentum der Universität und den erneuten Leerstand gewaltsam durchzusetzen.

Dabei wurden zahlreiche Personalien aufgenommen, auch von Personen, die sich mit den Besetzer*innen solidarisch erklärten oder aufgrund ihres Aussehens für Verdächtig gehalten wurden. Dazu ein Nachbar: „Am Anfang waren wir schon verunsichert von den zahlreichen Einsatzwagen. Aber dann haben wir beschlossen: Wir lassen uns nicht abschrecken von dem Auftreten der Polizisten. Schließlich haben wir unsere neuen Nachbar*innen mittlerweile ins Herz geschlossen.“ Continue reading “Pressemitteilung zu den Aktivitiäten nach der Räumung – Spontandemonstration und Repression”

Solidarität nach Räumung

Liebe alle,

vielen Dank für die breite Unterstützung vor Ort und virtuell in den letzten Wochen und vor allem heute!

Morgen (20. Juni) um 18 Uhr treffen wir uns vor dem Fridericianum, um zu zeigen, dass wir diese Räumung nicht auf uns sitzen lassen werden und unser Anliegen, ein soziales Zentrum in Kassel zu haben, weiterhin wichtig und richtig ist!

Unsere Villa? Unsere Stadt!

Aktuell: Pressekonferenz der Universität

Gerade stehen mindestens 80 Menschen vor der Pressekonferenz der Uni, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet, und zeigen der Unileitung, was sie von der Räumung halten!

Kommt gerne auch dort hin! Zeigt euch solidarisch mit Unserer Villa und haltet euch auf dem Laufenden!

Pressemitteilung zur Räumung von “Die Linke”

Kultureller sozialer Freiraum bedroht

Seit heute morgen, fünf Uhr hat die Polizei vor der Villa in der Mönchebergstraße zwanzig Kleintransporter zusammengezogen. Der Versuch einer Räumung des Gebäudes hat begonnen.

Die Kasseler Linke protestiert gegen die Räumung des Projekts “Unsere Villa”. Wie die Veranstaltenden sehen wir einen Ort für selbstbestimmte Wohn-, kultur- Jugend- und Sozialprojekte und die Vernetzung bestehender Angebote in Kassel dringend benötigt. Das Projekt “Unsere Villa” bietet dafür ein Angebot, jenseits von Kommerz- und Verwetungsinteressen.

“Das Projekt “Unsere Villa” bietet die Möglichkeit, sich ohne Eintrittspreise, Werbung und Konsumorientierung miteinander auszutauschen, Musik zu machen oder zu hören, politisch zu dikutieren oder einfach zu treffen. Diese Chance sollten die Unileitung und Stadt Kassel nach der Schließung diverser unabhängiger Kultureinrichtungen (Kulturfabrik Salzmann, HAUS, Bahnhof Nordflügel etc.) nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen”, so Simon Aulepp, Stadtverordneter der Kasseler Linken.

Räumung beenden!

Die Kasseler Linke fordert die Verantwortlichen des Landes Hessen und der Stadt Kassel auf, den Belagerungszustand durch die Räumung des Gebäudes zu beenden und mit den AktivistInnen in einen konstruktiven Dialog über eine zukünftige Nutzung der Räumlichkeiten einzutreten.

“Unsere Villa” am frühen Morgen geräumt

Das vor kurzem in Kassel gegründete Projekt „Unsere Villa“ wurde am frühen Montagmorgen um 5 Uhr von der Polizei gewaltsam geräumt. Aktivist*innen hatten die Villa Rühl in der Mönchebergstraße 42 am Samstag, 3. Juni, besetzt, um ein neues soziales Zentrum für Kassel aufzubauen. Die Universität Kassel war nicht zu Verhandlungen über eine Nutzung bereit und erstattete stattdessen Strafanzeige gegen die Besetzer*innen.

Die Villa Rühl stand seit über einem Jahrzehnt leer. Die Besetzer*innen machten in den vergangenen 16 Tagen aus dem ungenutzten Ort kurzerhand ein soziales Zentrum: Noch am Abend der Besetzung gab es eine Küche für alle, die Nachbar*innen wurden eingeladen, es trat eine Band und einige DJs auf. Jeden Tag fanden mehrere Plena statt, an denen alle interessierten Menschen teilnehmen konnten. Es gründeten sich Arbeitsgruppen, die sich zum Beispiel um Baumaßnahmen, Programmgestaltung oder Finanzen kümmerten. Täglich kamen Anfragen von Künstler*innen, Referent*innen oder Privatmenschen, die Unsere Villa mit Leben füllen wollten.

Die alte Villa aus dem 19. Jahrhundert wird von der Universität Kassel verwaltet und gehört dem Land Hessen. Zu Verhandlungen mit den
Besetzer*innen war die Hochschule nicht bereit und erstattete Strafanzeige. Sie sei nach eigenen Angaben der falsche Adressat für das Anliegen der Besetzer*innen. Diese wollten einen unabhängigen und nicht-kommerziellen Ort der Zusammenkunft schaffen für Kultur, Kunst und Politik.

„Hier konnten sich alle Menschen gleichermaßen einbringen und mitgestalten, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Alter oder
Einkommen. Jedenfalls solange sie respektvoll miteinander umgingen“, erinnert sich Daniela Schulz, eine der Aktivist*innen. Solche Orte fehlten in Kassel. „Warum dann nicht solche Gebäude nutzen, bevor sie verfallen? Ich kann nicht verstehen, warum die Uni Kassel ihre Verantwortung nicht sehen will. Die Universität baut und baut und fühlt sich nicht verantwortlich für den öffentlichen Raum, den sie damit prägt. Sie betreibt eine Kunsthochschule und fühlt sich nicht verantwortlich für Kultur in der Stadt. Da stimmt doch was nicht!“

Auch nach der gewaltsamen Räumung ist für die Besetzer*innen von “Unsere Villa” klar, dass sie sich weiter für ein soziales Zentrum in Kassel einsetzen werden.

Bericht zu Sicherungsmaßnahmen der Nutzer*innen von “Unsere Villa”

Eine Kommission des Regierungspräsidiums Kassel, Abteilung für Altlasten, besichtigte am Dienstag, 6. Juni,  das Gelände und das Gebäude der “Villa Rühl”, Mönchebergstraße 42 in Kassel. Anlass waren Altlasten im Boden eines “Kellerraumes und dem daran anschließenden Teil des Außengeländes, die seit längerer Zeit von einer Fachfirma entgiftet werden. Es ging bei diesem Besuch um die Sicherung der Entgiftungsanlage sowie um mögliche Gefahren für die Nutzer*innen Unsere Villa.

Einen Tag darauf  besichtigte außerdem eine Kommission der Universität Kassel das Gelände. Anlass dieser Begutachtung waren die Ängste der  Universitätsleitung bezüglich der Sicherheit der Gebäude. Die Kommission setzte sich wie folgt zusammen: Der Facility Manager der Universität, ein externer Brandschutzexperte und zwei Baufachleute der Stadt Kassel. Die Kommission wurde begleitet von zwei Nutzern der Villa, sowie einem zusätzlichen, externen Brandschutzexperten der Villa Nutzer*innen.

Insgesamt wurden 16 Stellen des Geländes und des Gebäudes besichtigt, bzw. Sicherheitsmängel festgehalten und deren Beseitigung konzipiert. Dabei wurden auch die bereits vom RP-Team vorgeschlagenen und bereits umgesetzten Maßnahmen in die Begutachtung einbezogen.

Im Folgenden werden die Mängel beschrieben sowie deren Beseitigung dokumentiert. Jeder besprochene Punkt wird auf je einer Seite dieses Berichtes behandelt, um die dazugehörigen Fotos des “Davor” und “Danach” groß genug darstellen zu können.

Vorausgeschickt sei, dass beim Begutachten der Expertenkommission, diese keinerlei Einsturzgefahren in dem Gebäude festgestellt haben. Die Statik ist gut und die festgestellten Sicherheitsmängel sind von den Nutzer*innen mit Hilfe von Handwerksfachleuten beseitigbar. Die Beseitigung wurde ebenso vereinbart, wie die Dokumentation der Maßnahmen.

Weiterlesen: Bericht zu Sicherungsmaßnahmen der Nutzer*innen

 

Solidarität mit den Besetzer*Innen von Unsere Villa (Linksjugend Solid)

Die Basisgruppe der Linksjugend [‘solid] im Landkreis Kassel erklärt den Besetzer*Innen von UnsereVilla, die seit dem 3. Juni in der Villa Rühl ein basisdemokratisches, selbstverwaltetes soziales Zentrum aufbauen, ihre Solidarität.

Eure Initiative und Euer mutiges Streben haben uns beeindruckt und inspiriert. In Zeiten eines Verdrängungswettbewerbs auf dem Wohnungsmarkt, der es einkommensschwächeren Mitbürger_Innen unmöglich macht steigende Mieten zu bewältigen oder gar überhaupt erst bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist Euer Projekt ein wichtiger Fingerzeig. Während die politischen Eliten in dieser Thematik komplett versagen, treiben sie die Zerschlagung von bunten, vielfältigen Bezirken in den Stadtzentren auch noch durch eine Kürzungspolitik für Kunst, Kultur und Freiräume weiter voran. Continue reading “Solidarität mit den Besetzer*Innen von Unsere Villa (Linksjugend Solid)”