Geschichte der Villa Rühl

Gemeinsam mit den Nachbar*innen wollen wir weiter an der Geschichte des Grundstücks arbeiten. Wenn ihr also weitere Informationen habt, meldet euch gerne bei uns!

Bisher haben wir zur Villa Rühl folgende Informationen:

Auf dem Gelände der ehemaligen Villa Rühl befinden sich zwei denkmalgeschützte Gebäude: die Wohnvilla (Hausnummer 40) und die ehemalige Gaststätte “Zum Möncheberg” (Hausnummer 42). Hinter der Wohnvilla befindet sich noch ein weiteres Gebäude, in welchem die Firma Rühl die Betriebsräume unterhielt. Das Gebäude 42 ist sehr alt und stand ursprünglich an der Karlsaue. Es wurde dort abgebaut und auf den Möncheberg gesetzt. Das war ungefähr 1870. Der Gastwirt Adam Schönewald richtete dort die Gastwirtschaft “Zum Möncheberg” ein und erbaute den noch erhaltenen Festsaal. Die Gaststätte soll das erste Vereinslokal Kassels gewesen sein.

Der Festsaal der Gaststätte wurde 1945 zu einem Kino umgebaut und hieß “Urania”. 1953 wechselte der Besitzer und es bekam den Namen “Scala”. Da das Gebäude nicht mehr den Anforderungen zum Betrieb eines Kinos genügte, wurde dieses um 1960 geschlossen. Die Gaststätte hielt noch bis in die 70er Jahre. Der Betrieb musste einstellen, weil das Gebäude bereits Baumängel aufwies.

Die Firma Rühl hat es irgendwann übernommen, gesichert und als Lagerraum genutzt. Die Witwe Rühl vermachte das Grundstück der Universität bzw. dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Zu diesem Zeitpunkt stand das Fabrikgebäude schon über zehn Jahre leer.

Die Universität Kassel schreibt zu ihren Baumaßnahmen (7. Juni 2016):

Auf dem Grundstück, auf dem sich neben den Villen auch einige Hallenbauten, Schuppen und Garagen befinden, wurde ca. von 1960 bis Mitte der 70er Jahre eine Chemische Reinigung betrieben. Aus dieser Nutzung resultieren nachhaltige Beeinträchtigungen der Bodenluft durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) im direkten Standortbereich der ehemaligen chemischen Reinigung. LHKW können Schädigungen der Ozonschicht bewirken, einige werden als krebserregend eingestuft.

Die Bodenluftsanierung wird seit nunmehr über einem Jahr betrieben. Zur Absaugung werden momentan zwei Anlagen eingesetzt. Darüber hinaus werden weitere Grundwasseruntersuchungen folgen. Die Sanierung wird voraussichtlich noch mehrere Jahre andauern. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen voraussichtlich rund 200.000 bis 300.000 Euro.

Im Jahr 2015 lief ein Architektur-Wettbewerb, bei dem Pläne für die Fabrikantenvilla eingereicht werden konnten.

Die Besetzer*innen setzen sich intensiv mit dem baulichen Zustand und der Sicherheitslage im Gebäude auseinander. Siehe dazu auch die Pressemitteilungen zur Gebäudesicherheit von “Unserer Villa”.