Offener Brief der Kommune Niederkaufungen an die Universität Kassel

Sehr geehrter Prof. Dr. Reiner Finkeldey,
sehr geehrter Dr. Oliver Fromm,
sehr geehrter Robert Hesse,
sehr geehrte Beate Hentschel,

Kaufungen, den 8. Juni 2017

Die Kommune Niederkaufungen unterstützt „Unsere Villa“ in der Kasseler Nordstadt! Die Kommune Niederkaufungen ist von libertären, emanzipatorischen, solidarischen und ökologischen Ideen und Gedanken inspiriert. Deshalb wirtschaften wir solidarisch, hinterfragen unsere Konsumgewohnheiten und schaffen Zeit und Raum für menschliche Begegnung. Da Privateigentum von Kapital, Immobilien und Produktionsmitteln zu Machtgefälle und Abhängigkeiten führt, beruhen unsere Kommunen auf Gemeineigentum. In der Kommune Niederkaufungen wird kollektiv und selbstbestimmt gearbeitet.

Die politischen Kommunen wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern. Dazu tragen wir bereits in gewissem Maße durch unsere alternative Lebensweise bei. Fernziel sind egalitäre (freiheitliche und gleichberechtigte) Strukturen, die ein emanzipatorisches, solidarisches und ökologisches Leben möglich machen. Wir setzen damit ein Zeichen gegen eine zunehmende Vereinzelung in einer stark auf Konsum, Kauf und Naturausbeutung ausgerichteten Gesellschaft und für ein menschliches Miteinander und Teilen.

“Unsere Villa” kann ebenso ein Ort der Begegnung in der Kasseler Nordstadt sein, der nicht der Willkür von EigentümerInnen unterworfen ist. Sie bietet Platz und Möglichkeiten der Gestaltung, sie kann Raum für neue Ideen, gegenseitige Unterstützung und Wissensweitergabe sein, damit gemeinsam und solidarisch der alltäglichen Konkurrenz und Verwertbarkeit etwas Wertvolles entgegengesetzt werden kann. Niemand soll Häuser über Jahre leerstehen lassen. Dieser Raum sollte – nach den langen Jahren des Leerstandes – allen, die ihn gemeinsam gestalten wollen, zur Verfügung stehen.

Wie fordern Sie auf: treten Sie mit den NutzerInnen von „Unsere Villa“ in Verhandlung über eine langfristige Nutzung des Geländes und des darauf befindlichen Fabrikgebäudes als soziales Zentrum. Ein solches Zentrum in Kassel ist sinnvoll und notwendig, weil es an nicht-kommerziellen kulturellen und politischen Freiräumen fehlt. Fällen Sie Ihre Entscheidungen nicht ohne die Beteiligung der NutzerInnen. Verzichten Sie auf eine gewaltsame Räumung von „Unserer Villa“ und setzten Sie sich mit den NutzerInnen an einen Tisch um das weitere Vorgehen zu verhandeln.

Die BewohnerInnen der Kommune Niederkaufungen

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