Soli-Erklärungen aus Kassel


Auch wir, die AgaThe, ein Wohnprojekt in der Kasseler Nordstadt, solidarisieren uns mit den Besetzer*innen der Villa.

In der Kasseler Nordstadt geht’s seit einiger Zeit rund: Auf dem Campus hat ein silbernes Ufo den Lucius-Burckhardt-Platz planiert und während das HAUS, das AZ und das Karoshi schließen mussten, werden Häuser in Gold umgesetzt. Unter dem Radar des Documenta-Hypes schien nicht mehr viel zu leben. Doch eine lebendige Stadt – gerade eine, die sich Kunst und Kultur verschrieben hat wie die “Documenta-Stadt” Kassel – braucht stabile, eigensinnige, soziale Strukturen. Solche Strukturen wiederum brauchen beständige, selbstverwaltete Orte, wie es das HAUS und das Karoshi über Jahre hinweg gewesen sind und wie sie in Kassels Nordstadt inzwischen vom Aussterben bedroht sind.

Wie in vielen Städten fehlen hier zunehmend Orte, an denen sich Menschen selbst und gegenseitig unterstützen können. Es machen sich Gefühle der Leere, der Frustration, der Vereinzelung breit. „Unsere Villa“ erscheint uns als die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt, um diesen Zustand als ein politisches Problem anzuprangern und mit dessen Lösung zu beginnen.

Eine gemeinsame widerständige Praxis in einem SocialCenter für Alle wünscht sich auch eure Nachbar*innenschaft aus der AGaThe – den Besetzer*innen wünscht sie darum die nötige Kraft.

Agathe e.V.


Freie räume sollten – wenn irgend möglich – “Feiräume” sein oder werden – um soziales Miteinander, eigenes Schaffen, gemeinsames Gestalten und nachbarschaftliche Lebensbezogenheit zu ermöglichen!

Die Stadt ist so lebendig, wie die Ideen und Wünsche ihrer BewohnerInnen!

Mit der bitte um eine offene Kommunikation.

Herzlich, Sabine Meier


Der Weltsubkulturerbe e.V. unterstützt die Forderungen der Besetzer*innen der Villa Rühl nach einen sozialen Zentrum an diesem Ort in Kassel. Es braucht mehr unkommerzielle, öffentliche und selbstorganisierte Räume in Kassel!


An die Villa-Besetzter, Kassels Subkultur ist am Boden, kontinuierlich wurden in den letzten 10 Jahren alle nicht kommerziellen Spielstätte platt gemacht. Wie gut, dass ihr den Finger in die offene Wunde legt. Was immer dabei raus kommt, ihr habt den Mut und lasst den Worten Taten folgen.

Beste Grüße und viel Erfolg,
Claudia Huss


Häuser und Wohnraum vergesellschaften! Solidarität mit der Besetzung der Villa Rühl!

Der Kapitalismus und seine Krisen prägen unsere Städte, unser Leben, unseren Alltag. Steigende Mieten bei gleichzeitigem Leerstand, mehr und mehr Zwangsräumungen bei gleichzeitig immer mehr Wohneigentum, unbezahlbare Kulturspektakel bei schwindenden Räumen für nicht-kommerzielle Kunst, Musik und politische Debatten. Diese Widersprüche machen sich auch in Kassel deutlich bemerkbar. Viele Menschen wehren sich bereits gegen die damit einhergehende soziale Spaltung der Stadt und stellen die Konventionen der kapitalistischen Gesellschaft infrage. In diesen politischen Auseinandersetzungen werden die Bedürfnisse der Vielen und gesellschaftliche Verantwortung jedoch stets den privaten Interessen der Wenigen untergeordnet. Oftmals kommt es sogar zu einer Kriminalisierung derjenigen, die sich für eine andere Gesellschaft, jenseits von Verwertungslogik und Konkurrenzdruck, einsetzen. Dies finden wir falsch!

Die Gruppe d.o.r.n. solidarisiert sich mit den Besetzer*innen „Unserer Villa“ in der Mönchebergstraße 42 und dem Ziel ein soziales Zentrum für alle aufzubauen. Solche Orte der praktischen Solidarität, in denen wir gemeinschaftlich städtischen Raum jenseits privaten Eigentums organisieren und gestalten, braucht es in Kassel wie überall.


Ich bin mit Eurer Besetzung solidarisch, von Aussen betrachtet – siehe Eure PM bezügl. Documenta in dt. und en (mit textlich-inhaltlichem Unterschied!) – beginnt Ihr jedoch, Euch in kulturalistische Argumentationen und Standortpolitik zu vertricken, bei aller Nachbarschaftsarbeit und softer Attacke gegen die Expansion der Universität.

Wenn die Documenta, wie 2012 bei Occupy, entscheiden sollte, Euch auch nur nominell zu unterstützen, seid Ihr ideologisch “eingekauft”.

Die Documenta als “Einheit mit der Stadt” (Zitat OB Hilgen) und/aber angebliche “politisch autonome Veranstaltung” (sinngemäß Szymczyk), ist nur fingierte sog. Kapitalismuskritik und bezeichnet die Krise in der EU, nichts anderes als der Kampf gegen Lohnabhängige von oben inmitten des kapitalistischen globalen Krieges, euphemistisch als “Dilemmata”.

Die ganze Stadt wird so zum institutionalisierten Repräsentanten der Herrschaft, die sich bloß demokratisch gibt. Zumal “die Stadt” nicht “der Ort” der Widersprüche ist.

Diesem Spektakel sollten wir entgegentreten und nicht für schlechte Kompromisse oder _bessere Spektakel von unten_ arbeiten.

Viele Grüße
Matze Schmidt


Liebe Besetzerinnen und Besetzer,

nachdem ich schon mehrfach in der „Villa“ war und erleben durfte, was für
ein offener und lebendiger Raum aus dem seit über 30 Jahren sehr
abweisendem Gebäude (ich kenne es bereits seit 1979) geworden ist und wie
verantwortungsvoll mit dem „neuen Raum“ umgegangen wird, möchte auch ich meine Solidarität und Unterstützung mit dem Projekt bekunden.

Mit den besten Wünschen

Armin Schreier

(Ortsbeirat Wesertor, Bündnis 9o/Die Grünen und natürlich auch als
Privatperson)


Auch wir, der Infoladen „… an der Halitstraße”, solidarisieren uns mit den Besetzer*innen „Unserer Villa”, da wir als eine der wenigen selbstverwalteten Strukturen in Kassel den Ausbau dieser Strukturen mehr als unterstützenswert finden und befürworten.

In den letzten Jahren musste dabei zugesehen werden, wie nach und nach die selbstverwalteten Strukturen dem Erdboden gleichgemacht und in die Vergessenheit gedrängt wurden. Auch die Universität Kassel trug entgegen ihrer Behauptung unter anderem durch die Planierung des Lucius-Burckhardt-Platzes dazu bei.

Dem wurde und muss etwas entgegengesetzt werden!

„Unsere Villa”, in der Mönchebergstraße 42 in Kassel, bietet zwischen den Stadtteilen Wesertor und Nordstadt die Möglichkeit, wieder selbstverwaltet einen unkommerziellen offenen Raum im Rahmen eines „SocialCenter” zu bieten, indem es ALLEN möglich ist, sich einzubringen und aktiv mitzugestalten und als WIR zu agieren.

Daher rufen wir zur Solidarität auf und wünschen den Besetzer*innen die nötige Kraft, um „Unsere Villa” zu halten.


Die “Initiative Lucius-Burckhardt-Platz bleibt” solidarisiert sich mit der Besetzung der Villa in Kassel.

Der Verlust wichtiger Räume für die BewohnerInnen der Quartiere rund um die Universität hat auch uns in den letzten Jahren sehr beschäftigt.
Schon die Auseinandersetzungen um den Platz vor dem desasta haben gezeigt, dass es wichtig ist, die Universität daran zu erinnern, das Sie als Akteurin in dieser Stadt nicht nur die Belange ihrer Hochschulangehörigen berücksichtigen kann, sondern eben auch die Bewohner*innen der Stadt miteinbeziehen muss. Es ist ein Glücksfall, dass die Universität diese beiden Gebäude überlassen bekommen hat und diese nun für einen lebendigen Austausch zwischen Universität und Stadt, zwischen Student*innen und Bewohner*innen nutzen kann. Wir freuen uns auf einen neuen Standort an dem sich die Universtät nicht als Elfenbeinturm von der Stadt abgrenzt, sonder sich ihr und ihren Kulturen öffnet. Sollte Sie dies nicht tun, fügt sie Ihrer Geschichte von der Räumung des Wagenplatzes in den 1990er Jahren und des Lucius-Burckhardt-Platzes in den 2010er Jahren ein weiteres Schlaglicht autoritärer ignoranter Planung bei. Wir glauben, dass eine andere Haltung gegenüber den Bewohner*innen und Nutzer*innen unserer Stadt möglich und notwendig ist!

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One Reply to “Soli-Erklärungen aus Kassel”

  1. Hallo allerseits!

    Ich bin für die besetzte Villa und die Entstehung eines öffentlichen Raumes für Kultur, Kunst, Politik und soziale Belange. Daher finde ich es ungemein wichtig diesen Ort zu dokumentieren und will, wie im Plenum vor einigen Tagen angekündigt, Räume und einzelne Bereiche fotografieren. Dabei mache ich mich als Person kenntlich, gebe Bescheid, dass ich fotografiere und werde keine Personen fotografieren, die dies nicht wolllen!
    Die Fotos sind nicht für das Netz vorgesehen, werden also nicht veröffentlicht und nur nach gemeinsamen Konsens im Plenum benutzt.
    Ich weiß, wie brisant das Fotografieren ist und schätze das Vertrauen, dass mir schon eintgegengebracht wurde. Die Fotos dienen nicht als Beweis, sollen meine Person nicht als Besetzer verantwortlich und dienlich gemacht werden. Diese Fotos dienen dem Projekt an sich und sind ausschließlich zur Dokumentation des Ortes. Im Zweifel vernichte ich die Fotos.

    Ich zeige mich solidarisch, mache mich mit verantwortlich im sozialen Sinne und sollte dabei niemanden schaden.

    Für die Villa, “unsere” Villa

    Tom Tiggemann

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